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Einstieg in Vinyl

Aktualisiert am 30.09.2026

Ein Plattenspieler spielt nicht von allein. Zum Hören von Schallplatten brauchst du drei Dinge: einen Plattenspieler, einen Phono-Vorverstärker und etwas, aus dem der Ton kommt. Die gute Nachricht: Zwei davon hast du vielleicht schon zu Hause.

Was du brauchst

  • Der Plattenspieler dreht die Platte, die Nadel tastet die Rille ab, und der Tonabnehmer macht aus ihrer Bewegung ein elektrisches Signal.
  • Der Phono-Vorverstärker hebt das sehr schwache Signal des Tonabnehmers auf einen Pegel, mit dem ein Verstärker etwas anfangen kann, und entzerrt es (die sogenannte RIAA-Kurve). Viele Plattenspieler haben ihn eingebaut – erkennbar an einem Schalter PHONO/LINE auf der Rückseite. Ältere Verstärker haben meist einen PHONO-Eingang, neuere meistens nicht.
  • Ein Verstärker mit Lautsprechern oder Aktivlautsprecher, in denen der Verstärker schon steckt. Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker und Aktivlautsprecher sind die einfachste Anlage: Plattenspieler, Kabel, Lautsprecher.

Plattenspieler mit Bluetooth funktionieren, aber der Ton wird unterwegs digitalisiert und komprimiert. Wenn du Platten wegen des Klangs kaufst, nimm lieber ein Kabel.

Welcher Plattenspieler

Achte beim ersten Plattenspieler vor allem auf drei Dinge:

  • Einstellbare Auflagekraft. Mit dem Gegengewicht hinten am Tonarm stellst du ein, wie stark die Nadel auf die Platte drückt. Den richtigen Wert gibt der Hersteller des Tonabnehmers an, bei gängigen Tonabnehmern um 2 Gramm.
  • Einen austauschbaren Tonabnehmer oder zumindest eine austauschbare Nadel. Die Nadel nutzt sich ab und muss ab und zu ersetzt werden. Bei den billigsten Plattenspielern geht das oft nicht.
  • Finger weg von Koffer-Plattenspielern mit eingebauten Lautsprechern. Sie haben meist einen Keramik-Tonabnehmer mit hoher Auflagekraft, der Platten schneller abnutzt, und die Lautsprecher im selben Gehäuse bringen die Nadel zum Schwingen.

Riemenantrieb ist fürs Hören zu Hause völlig in Ordnung und meist leiser. Direktantrieb schätzen vor allem DJs, weil der Plattenteller sofort auf Touren ist.

Ein neuer Plattenspieler, der all das erfüllt, kostet grob 250 bis 500 €. Oft empfohlen werden in dieser Klasse der Audio-Technica AT-LP120X, der Pro-Ject Primary E oder Debut Carbon und der Rega Planar 1.

Gebraucht bekommst du den Technics SL-1200 und SL-1210 sowie Plattenspieler von Dual und Thorens. Prüf vor dem Kauf, ob es für den Tonabnehmer noch Ersatznadeln gibt, ob die Platte ohne Leiern gleichmäßig läuft und ob sich der Tonarm frei bewegt.

Die Nadel

Die Nadel, genauer die Spitze des Tonabnehmers, hält meist einige hundert Spielstunden – die genaue Angabe macht der Hersteller. Eine abgenutzte Nadel klingt scharf, verzerrt vor allem Zischlaute und beschädigt die Platten. Eine Ersatznadel für gängige Tonabnehmer kostet einige zehn Euro, Sparen lohnt sich hier also nicht.

Die ersten Platten

  • Geschwindigkeit. LPs (12 Zoll, 30 cm) laufen mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute, Singles (7 Zoll, 17 cm) mit 45. Manche audiophilen LPs sind auf 45 geschnitten – das steht immer auf der Hülle oder dem Label. Alte Schellackplatten mit 78 Umdrehungen brauchen eine andere Nadel; spiel sie nicht auf einem normalen Plattenspieler.
  • Preis. Eine neue LP kostet meist 25 bis 35 €, Doppelalben und Sondereditionen mehr. Dasselbe Album kostet in verschiedenen Shops oft ein paar Euro mehr oder weniger – vergleichen lohnt sich.
  • 180 g heißt: dickere, schwerere Platte. Sie verzieht sich weniger, klingt aber nicht automatisch besser – das hängt vor allem von Mastering und Pressung ab.
  • Gebrauchte Platten sind günstiger, aber achte auf den Zustand. Händler geben ihn mit Kürzeln an: M (neu), NM (fast wie neu), VG+ (spielt gut, leichte Gebrauchsspuren), VG (hörbares Knistern). Halte die Platte schräg ins Licht: feine Haarkratzer sind egal, tiefe Kratzer und Verwellungen nicht.

Falls du nicht weißt, womit du anfangen sollst: Diese Alben erscheinen in guter Qualität auf Vinyl, und die Shops haben sie vorrätig:

Massive Attack

Mezzanine

Gerade nicht auf Lager
Kraftwerk

Autobahn

Gerade nicht auf Lager

So pflegst du deine Platten

  • Stell sie aufrecht ins Regal, nicht gestapelt – das Gewicht kann sie verziehen. Weg von Heizung und direkter Sonne.
  • Fass sie am Rand und am Label an. Finger hinterlassen Fett in der Rille, und das hört man.
  • Die originalen Papierhüllen zerkratzen Platten und laden sie statisch auf. Besser sind antistatische Innenhüllen, die ein paar Cent pro Stück kosten.
  • Fahr vor dem Abspielen mit einer Carbonbürste über die Platte, gegen Staub. Gebrauchte Platten lohnt es sich zu waschen, von Hand oder in einer Plattenwaschmaschine.

Wo kaufen

In Plattenläden und ihren Onlineshops, in Second-Hand-Läden und auf Plattenbörsen. Die Shops füllen ihre Bestände auf, und die Preise ändern sich. Wenn du eine bestimmte Platte willst, setz sie auf deine Wunschliste – wir schicken dir eine E-Mail, sobald sie günstiger oder wieder vorrätig ist.

Einmal im Jahr, im April, ist Record Store Day: Dann erscheinen limitierte Platten, die es nur in unabhängigen Läden gibt.

Ein Begriff ist dir neu? Schau ins Vinyl-Glossar.

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