Vinyl-Glossar
Aktualisiert am 30.09.2026
Begriffe, die dir auf Hüllen, in Onlineshops und bei gebrauchten Platten begegnen. Wenn du gerade anfängst, lies auch den Einstieg in Vinyl.
Formate
LP
Long Play: ein normales Album auf einer 12-Zoll-Platte (30 cm), die mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute läuft. Auf eine Seite passen etwa 20 Minuten Musik; bei längeren Seiten muss die Rille enger werden, und der Klang leidet.
2LP
Ein Album auf zwei Platten. Längere Alben werden auf mehrere Platten verteilt, damit jede Seite genug Platz hat und besser klingt. Oft in einer Klapphülle (Gatefold).
EP
Extended Play: weniger Stücke als ein Album, mehr als eine Single. Erscheint auf 7"- und 12"-Platten.
Single
Eine 7-Zoll-Platte (17 cm), meist mit einem Stück pro Seite, die mit 45 Umdrehungen pro Minute läuft.
Maxi-Single
Eine Single auf einer großen 12"-Platte, oft mit Remixen und mit 45 Umdrehungen. Typisch für Tanzmusik: Die breite Rille bei 45 Umdrehungen klingt lauter, und DJs arbeiten leichter damit.
33⅓ und 45 U/min
Die Geschwindigkeiten, mit denen Platten laufen: LPs mit 33⅓, Singles mit 45. Manche audiophilen Alben sind auf 45 geschnitten, weil sie so besser klingen. Die Geschwindigkeit steht immer auf der Hülle oder dem Label.
180 g
Das Gewicht der Platte. Eine normale LP wiegt 120 bis 140 g, eine 180-Gramm-Pressung ist dicker. Sie verzieht sich weniger und wirkt hochwertiger, garantiert aber für sich allein keinen besseren Klang – der hängt von Mastering und Pressung ab.
Farbiges Vinyl
Eine Platte aus farbigem statt schwarzem Kunststoff. Die Labels geben den Varianten eigene Namen (etwa „Moonstone Blue Marbled“), mit Effekten wie Marble (marmoriert) oder Splatter (gesprenkelt). Heutige farbige Platten klingen meist wie schwarze, manchmal mit etwas mehr Rauschen.
Picture Disc
Eine Platte mit einem Bild in der Spielfläche. Vor allem ein Sammlerstück: Wegen der Schichten, aus denen sie besteht, rauscht sie meist mehr als eine normale Platte.
Veröffentlichungen
Erstpressung
Die erste Auflage, die bei der ursprünglichen Veröffentlichung eines Albums hergestellt wurde, englisch first pressing. Sammler erkennen sie an Katalognummer, Label und den Codes in der Auslaufrille. Bei alten Alben ist sie meist die wertvollste.
Reissue
Eine Neuauflage eines älteren Albums, Jahre später, oft mit neuem Mastering, neuer Katalognummer und manchmal mit Bonusstücken.
Repress
Eine weitere Pressung derselben Veröffentlichung, wenn die erste Auflage ausverkauft ist. Meist mit gleicher Katalognummer und gleichem Barcode; anders sein kann zum Beispiel die Farbe der Platte.
Remaster
Ein neues Mastering von den Originalaufnahmen. Es kann besser oder schlechter klingen als die ursprüngliche Veröffentlichung – je nachdem, wer es wie gemacht hat.
Limitierte Auflage
Eine Veröffentlichung in begrenzter Stückzahl, manchmal nummeriert. Ist sie ausverkauft, gibt es sie nur noch gebraucht.
Record Store Day
Ein jährlicher Tag der unabhängigen Plattenläden, seit 2008 im April. Dafür erscheinen limitierte Platten, die nur in teilnehmenden Läden verkauft werden. Im November gibt es noch eine kleinere Black-Friday-Ausgabe.
Half-Speed-Master
Eine Veröffentlichung, bei der die Lackfolie mit halber Geschwindigkeit geschnitten wurde. Der Schneidstichel hat mehr Zeit, die Rille wird meist präziser. Vor allem bei audiophilen Ausgaben zu finden.
AAA
Jeder Schritt von der Aufnahme über den Mix bis zum Mastering lief analog, ohne digitalen Zwischenschritt. Manche audiophilen Labels verwenden diese Angabe.
Testpressung
Die ersten Exemplare aus dem Presswerk, mit denen der Klang vor der Produktion abgenommen wird. Meist mit weißem Label und bei Sammlern begehrt.
Bootleg
Eine Platte, die ohne Zustimmung von Künstler oder Label erschienen ist. Die Klangqualität schwankt stark, und das Geld geht nicht an den Künstler.
Auf Hülle und Platte
Katalognummer
Die Nummer, die das Label der Veröffentlichung gegeben hat, auf dem Hüllenrücken und dem Label. Mit ihr unterscheidet man die verschiedenen Ausgaben desselben Albums.
Barcode
Der EAN- oder UPC-Code auf der Rückseite der Hülle. Jede Ausgabe hat ihren eigenen, damit findest du genau die Platte, die du suchst.
Gatefold
Eine Klapphülle, die sich wie ein Buch öffnet. Häufig bei Doppelalben und Sondereditionen, innen oft mit Fotos oder Texten.
Innenhülle
Die Hülle, in der die Platte innerhalb der Außenhülle steckt. Papierhüllen zerkratzen Platten, antistatische sind schonender.
Obi
Ein Papierstreifen am linken Rand japanischer Ausgaben, mit dem Titel auf Japanisch. Sammler schätzen ihn; ohne Obi ist eine Platte weniger wert.
Auslaufrille
Der glatte Bereich zwischen dem letzten Stück und dem Label, englisch runout. Darin sind Codes von Presswerk und Schneidetechniker eingraviert, an denen man erkennt, aus welcher Pressung die Platte stammt.
Plattenspieler
Tonabnehmer
Das Teil am Ende des Tonarms, das die Bewegung der Nadel in ein elektrisches Signal verwandelt. Am verbreitetsten sind MM-Systeme mit austauschbarer Nadel; MC-Systeme klingen detaillierter, haben aber ein schwächeres Signal, brauchen einen passenden Vorverstärker, und ihre Nadel kann man meist nicht selbst tauschen.
Nadel
Die Spitze des Tonabnehmers, die die Rille abtastet. Sie hält meist einige hundert Spielstunden. Eine abgenutzte Nadel verzerrt und beschädigt Platten.
Auflagekraft
Wie stark die Nadel auf die Platte drückt, in Gramm. Den richtigen Wert gibt der Hersteller des Tonabnehmers an, bei gängigen um 2 g. Eingestellt wird sie mit dem Gegengewicht hinten am Tonarm.
Antiskating
Eine Einstellung, die die Kraft ausgleicht, die den Tonarm beim Spielen zur Plattenmitte zieht. Ohne sie drückt die Nadel stärker auf eine Seite der Rille.
Phono-Vorverstärker
Ein Gerät, das das schwache Signal des Tonabnehmers verstärkt und entzerrt, damit ein normaler Verstärker es verarbeiten kann. Er kann im Plattenspieler stecken, im Verstärker (PHONO-Eingang) oder ein eigenes Gerät sein.
Zustand
M, NM, VG+, VG
Die Skala, mit der Händler gebrauchte Platten und Hüllen bewerten. M (mint) ist neu, NM (near mint) fast wie neu, VG+ spielt gut mit leichten Gebrauchsspuren, VG knistert hörbar, G und schlechter taugt zum Hören kaum noch.
Verwellung
Eine Platte, die nicht plan liegt, englisch warp. Eine leichte Verwellung schafft die Nadel, eine stärkere hört man als Leiern. Sie entsteht durch Wärme oder liegende Lagerung.